Hertener Allgemeine Medienhaus Bauer

Neuer Algorithmus: Huch, Facebook will persönlicher werden!

Tobias Ertmer 12. Januar 2018 10:55

Betreiber von Unternehmens- und Nachrichtenseiten haben es schon bemerkt, am frühen Freitagmorgen kam dann auch das offizielle Statement vom Facebook-Chef: Die Bedeutung von Seiten im News-Feed sinkt, das soziale Netzwerk soll persönlicher werden. Doch vielleicht steckt noch viel mehr dahinter.

Die Formel klingt ganz einfach: Mehr Beiträge von Freunden im eigenen News-Feed, weniger von Seiten, denen man folgt. Das solle das Wohlbefinden steigern, schreibt Mark Zuckerberg in seinem Beitrag. Nachzulesen ist sein Posting, das um 2 Uhr mitteleuropäischer Zeit am Freitagmorgen veröffentlicht wurde, hier: 

Ist das die Rückkehr des Kuschelfaktors bei Facebook? Das Ende von Fakenews und Hasskommentaren? Wird jetzt wieder gegruschelt und angestupst? Wenn man den Worten des Facebook-Gründers Glauben schenkt, dann ist das Ziel der aktuellen Änderung. Diese sei im Übrigen ein ausdrücklicher Kundenwunsch, so Zuckerberg. Der Guardian hatte bereits im Oktober 2017 über erste Tests berichtet.

Facebook hat sich, so scheint es, bei Instagram abgeschaut, dass persönliche Inhalte weniger anfällig für Hasskommentare und Fake-Nachrichten sind. Doch vielleicht steckt mehr dahinter: Es gab 2017 schon Berichte, dass Facebook ein neues Modell zur Monetarisierung testen würde. Danach müssen Newsseiten für das Verbreiten ihrer Beiträge zahlen - so wie es bisher bei Promotion-Beiträgen der Fall ist. 

Seriöse Nachrichtenseiten werden es damit künftig schwer haben, einen Weg zwischen Fotos vom Pulled-Pork-Burger und Katzen-Live-Videos in die Timeline der User zu finden. Das wiederum bedeutet einen radikalen Einschnitt: Schließlich nutzen Unternehmen das soziale Netzwerk, um mit der eigenen Marke mehr Aufmerksamkeit zu erreichen. 

In der Veränderung liegt eine Chance

Vielleicht liegt aber auch gerade hier die Chance der angestrebten Veränderungen: Die Bedeutung von Nachrichten und Werbeflächen nimmt ab. Es geht nicht mehr darum, als Erster bei Facebook die Meldung vom Unfall auf der Autobahn zu verbreiten - egal, wie dünn die ersten Infos noch sind. So manche Redakteure und Journalisten dürften bei dem Gedanken aufatmen. 

Statt auf Facebook zu setzen, müssen sich Medien künftig wieder auf die eigenen Kanäle besinnen und diese stärken. Gut, wenn es eine eigene Infrastruktur gibt. So betreiben wir beim Medienhaus Bauer schon seit einiger Zeit das Projekt VESTNEWS. Mittlerweile gibt es den Nachrichtenkanal für schnelle Meldungen aus dem Kreis Recklinghausen auch als komfortable Smartphone-App im iOS-Store und im Google-Play-Store. Und das kostenlos. Die wichtigsten News landen sogar als Push-Nachricht auf dem Handy. 

Wer braucht da noch Facebook?

Teilen

Kommentare

Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars unsere Kommentarregeln.

Titel:
Text:
Sie können bis zu 2000 Zeichen als Text schreiben.