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Gala am 31. März: Jan Böhmermann erhält erneut den Grimme-Preis

Tobias Ertmer mit dpa 08. März 2017 10:58

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    Hohe Beteiligung bei Grimme-Preisen: Viele politische Filme. Foto: Caroline Seidel/Archiv

Marl/Essen Mit 81 Produktionen waren so viele Formate nominiert, wie noch nie seit 1964. Am Vormittag nannte die Jury die Preisträger für den diesjährigen Grimme-Preis. Wieder mit dabei: Jan Böhmermann, der mit seinem Team für den Beitrag #verafake in der Sendung "Neo Magazin Royale" geehrt wird.

Die undotierten Auszeichnungen würdigen in den vier Kategorien «Fiktion», «Unterhaltung», «Information & Kultur» sowie «Kinder & Jugend» Medienproduktionen und Fernsehbeiträge, die als vorbildlich und modellhaft bewertet werden.

„Die Preisträger des 53. Grimme-Preises 2017 zeigen auf beeindruckende Weise, in welcher Bandbreite es dem Medium Fernsehen gelingen kann, komplexe Sachverhalte, politische Verstrickungen, die Logik von Krieg und Terror oder auch die Manipulationen in gesellschaftlichen oder privaten Zusammenhängen auf ganz unterschiedliche Art und Weise in bewegte Bilder, packende Dramaturgien und anrührende Geschichten zu übersetzen“, sagte Grimme-Direktorin Dr. Frauke Gerlach am Mittwoch.

Jüngster Preisträger ist acht Jahre alt

In der Kategorie Kinder & Jugend wurden drei Preise vergeben. Mit „Wishlist“ (RB/MDR/funk) wurde ein Format des erst im Oktober vergangenen Jahres gestarteten Jugend-NetContent-Netzwerks von ARD und ZDF (funk) ausgezeichnet, über eine Trophäe können sich die jungen Filmemacherinnen und Filmemacher Marc Schießer (Buch/Regie/Produktion), Marcel Becker-Neu (Buch/Produktion) und Christina Ann Zalamea (Buch/Produktion) freuen. Grimme-Preise gehen außerdem an Jürgen Brügger (Buch/Regie) und Jörg Haaßengier (Buch/Regie), die damit zum zweiten Mal in Folge einen Preis mit nach Hause nehmen können, sowie an Emanuela Penev (Redaktion) für „Nordstadtkinder – Lutwi“ (WDR). Der jüngste Preisträger in der Geschichte des Grimme-Preises wird für seine darstellerische Leistung in „Der Mond und ich“ (ZDF) ausgezeichnet: Vincent Hagn ist gerade einmal acht Jahre alt. Weitere Preise für diese Produktion gehen an Nancy Biniadaki (Buch/Regie) und Christoph Zitterbart (Produktion).

 Devid Striesow wird ausgezeichnet

In der Kategorie Fiktion werden Michael Proehl, Holger Karsten Schmidt (beide Buch), Florian Schwarz (Regie), Philipp Sichler (Kamera), Devid Striesow (Darstellung) und Lena Urzendowsky (Darstellung) mit einem Grimme-Preis für „Das weiße Kaninchen“ (SWR) geehrt. Für „Dead Man Working“ (HR/ARD Degeto) können sich Marc Bauder (Regie), Dörte Franke (Buch), Khyana el Bitar (Buch), Börres Weiffenbach (Kamera), Wolfram Koch (Darstellung) und Benjamin Lillie (Darstellung) über eine Auszeichnung freuen. Esther Bernstorff (Buch), Nicole Weegmann (Regie), Brigitte Hobmeier (Darstellung) und Jutta Hoffmann (Darstellung) erhalten einen Grimme-Preis für „Ein Teil von uns“ (BR). Gleich zwei Preise gehen an den „NSU-Komplex – Mitten in Deutschland“: Ausgezeichnet werden Thomas Wendrich (Buch), Christian Schwochow (Regie), Frank Lamm (Kamera), Anna Maria Mühe (Darstellung), Albrecht Schuch (Darstellung) und Sebastian Urzendowsky (Darstellung) für den ersten Teil dieser Trilogie „Die Täter – Heute ist nicht alle Tage“ (SWR, ARD Degeto, MDR), ein Spezialpreis geht an Gabriela Sperl für das Gesamtkonzept (SWR/WDR/BR/ARD Degeto/MDR).

 Oliver Polak mit "Applaus und Raus!" erfolgreich

Für „Applaus und Raus!“ (ProSieben) erhält Oliver Polak (Moderation) einen Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung. Mit einem Spezialpreis würdigt die Jury die engagierte Beobachtung und kluge Reflexion des laufenden Fernsehprogramms in den Beiträgen #verafake und „Einspielerschleife“ des Neo Magazin Royale. Ausgezeichnet werden stellvertretend für das gesamte Team Jan Böhmermann, Philipp Käßbohrer und Matthias Murmann. Damit wurden in der Unterhaltung nur zwei der drei möglichen Preise vergeben.

 Öffentlich-Rechtliche mehrfach ausgezeichnet

Fünf Preise werden in der Kategorie Information & Kultur vergeben: Für die Dokumentation „Ebola – Das Virus überleben“ (SWR/ARTE) werden Carl Gierstorfer (Buch/Regie) und Antje Boehmert (Produktion) ausgezeichnet, Artem Demenok (Buch/Regie bei Teil 1) und Andreas Christoph Schmidt (Buch/Regie bei Teil 2) erhalten einen Grimme-Preis für den Zweiteiler „Schatten des Krieges“ (RBB/NDR). Für „45 Minuten: Protokoll einer Abschiebung“ (NDR) zeichnet die Jury Hauke Wendler (Buch und Regie) aus. Für ihren Dokumentarfilm „Hundesoldaten“ (SWR) aus der Debütreihe „Junger Dokumentarfilm“ des SWR erhält Lena Leonhardt eine Trophäe. Die Reihe zeigt Filme von Diplomanden und Absolventen der Filmakademie Baden-Württemberg. Mit dem Preis für die „besondere journalistische Leistung“ ehrt die Jury Ashwin Raman, der sich in seinen beiden Reportagen „Im Nebel des Krieges – An den Frontlinien zum ‚Islamischen Staat´“ (SWR) und „An vorderster Front“ (ZDF) mit dem Krieg gegen den terroristischen IS befasst.

 Publikumspreis auch von Schülern vergeben

Der Publikumspreis der Marler Gruppe, die in diesem Jahr das Kontingent der Kategorie Kinder & Jugend gesichtet hat, geht an Maike Conway (Buch/Regie) für die Produktion „stark! Ibrahim und Jeremia. Brüder auf Zeit“ (ZDF). Besonderen Gefallen fand die Gruppe, die in diesem Jahr zur Hälfte mit Schülerinnen und Schüler von Marler Schulen besetzt war, daran, dass durch die Erzählung der Geschichte aus der Perspektive der Kinder ihre Probleme glaubwürdig und authentisch dargestellt werden.

 Gala am 31. März im Theater Marl

Die Verleihung des Grimme-Preises findet am 31. März 2017 im Theater Marl statt und wird von 3sat ab 19:00 Uhr im Livestream übertragen sowie zeitversetzt ab 22:35 Uhr auf 3sat ausgestrahlt.

Stichwort Grimme-Preis:

Der undotierte Grimme-Preis zeichnet Fernsehsendungen und -leistungen aus, die von Kommissionen als vorbildlich und modellhaft bewertet wurden. Er gilt als einer der wichtigsten Preise für Qualitätsfernsehen in Deutschland. Stifter des Preises ist der Deutsche Volkshochschul-Verband.

Die Auszeichnung wird seit 1964 jährlich verliehen. Jeder Zuschauer kann ebenso wie Fernsehanstalten und Produzenten Sendungen vorschlagen. Vier Nominierungskommissionen beraten darüber, welche Vorschläge in die Jury-Endrunde gelangen.

2017 nominierten die Kommissionen aus mehr als 1000 Vorschlägen 81 Fernsehproduktionen und Einzelleistungen für die 53. Grimme-Preis-Vergabe. Verliehen wird er in vier Kategorien: «Fiktion», «Unterhaltung», «Information & Kultur» sowie «Kinder & Jugend». Spezialpreise gibt es jeweils für Einzelleistungen.

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Kommentare

Ist eine tolle Welt ......
von news am 08.03.17 17:00 Uhr

... ein Dummschwätzer, der sich nicht an Regeln halten kann, wird wiederholt belobigt.

Ist nicht einfach
von Grundguetiger am 09.03.17 08:30 Uhr

bei der Flut von TV-Sendungen etwas heraus zu filtern, das einen Preis verdient hätte.
Wird so ähnlich verlaufen wie":Was ist deine Leibspeise"?
Da nennt jeder was anderes.
Quote sagt mir oft auch nichts. Der Geschmack der Masse bringt vielleicht dem Redakteur etwas, mir nicht automatisch.
Mein Favorit war „NSU-Komplex – Mitten in Deutschland“. Gewonnen hat er auch noch, was will ich mehr.

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