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Mordprozess beginnt: 15-Jähriger soll Mitschüler erstochen haben

dpa 12. Juni 2018 18:47

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    An der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen stehen Trauerkerzen vor der Schule und am Zaun hängen mehrere Blumensträuße und ein BVB-Schal.

Lünen/Dortmund Nach einer tödlichen Messerattacke an einer Gesamtschule in Lünen beginnt am Donnerstag vor dem Dortmunder Landgericht der Prozess. Ein 15-jähriger Jugendlicher muss sich wegen Mordes an einem ein Jahr jüngeren Mitschüler verantworten. Die Verhandlung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Die Bluttat ereignete sich am 23. Januar kurz vor Unterrichtsbeginn um 8 Uhr. Wie die Staatsanwaltschaft später bekannt gab, war der Angeklagte schon früher durch aggressives Verhalten aufgefallen. Er habe deshalb als unbeschulbar gegolten. Nachdem der 15-Jährige die Gesamtschule deshalb für einige Zeit verlassen hatte, sollte er Anfang 2018 offenbar wieder in seine alte Umgebung zurückkehren.

Am Tattag soll er auf einem Flur auf seinen Mitschüler gestoßen sein. Angeblich stand die Mutter des Angeklagten dabei, als dieser ein Messer zückte und es dem anderen Jungen in den Hals stieß. Bei der Polizei soll der 15-Jährige ausgesagt haben, er habe zugestochen, weil der Mitschüler seine Mutter so provozierend angeschaut habe.

Nach Jugendstrafrecht drohen dem Angeklagten bei einer Verurteilung wegen Mordes bis zu zehn Jahre Jugendhaft. 15 Jahre wären möglich, wenn die Richter auf eine «besondere Schwere der Schuld» erkennen würden. Dass eine Verhandlung ohne Öffentlichkeit stattfindet, ist bei Angeklagten unter 18 Jahren vorgeschrieben.

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