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Das Revier steht unter Strom: Wo, wenn nicht hier

Von Monika Große-Kracht 08. März 2014 05:10

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    Fotograf/Copyright Lutz Kampert, Dortmund

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Die Neuzulassungen von Elektroautos steigen. Das Ruhrgebiet spielt bei der Infrastruktur in der ersten Liga.

2014 könnte das Jahr der Elektromobilität werden: Die Zahl der Neuzulassungen von Elektroautos hat laut Kraftfahrt-Bundesamt im vergangenen Jahr erstmals die 6000er-Marke überschritten – und sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Damit sind inzwischen rund 13 000 E-Autos auf deutschen Straßen unterwegs. Eine Elektro-Flotte, die in diesem Jahr angesichts der neuen Modelle BMW i3, Ford Focus Electric, VW E-Up und VW E-Golf noch deutlich größer werden dürfte.

Vor allem der i3, der mit sportlichem Innendesign und empfindlichem Gaspedal echten Fahrspaß verheißt, muss aber je nach Fahrweise alle 120 bis 160 Kilometer an die Ladesäule. Die Ladeinfrastruktur ist in Deutschland jedoch unterschiedlich stark entwickelt. Laut Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft gab es im Sommer 2013 hierzulande knapp 4400 öffentliche Stromzapfstellen. Und Nordrhein-Westfalen ist mit über 1000 solcher Säulen das Bundesland mit den insgesamt meisten Ladepunkten. Rund 800 dieser Ladesäulen betreibt allein der Essener Energieversorger RWE. Spätestens seit Durchführung des Förderprojekts „metropol-E“ für den Einsatz von elektrischen Dienstfahrzeugen in der Metropolregion Ruhr ist vor allem das Ruhrgebiet – mit rund 400 RWE-Ladepunkten noch vor Berlin – gut entwickelt. „Vor allem in Mülheim, Essen und Dortmund stehen die Säulen vielleicht fünf Minuten voneinander entfernt“, versichert Dr. Stephan Hell von der RWE Effizienz.

Auch für längere Strecken ist eine Lösung in Sicht: Entlang der Autobahn 1 hat der Energieversorger ein Pilotprojekt gestartet – mit Schnellladesäulen an Raststätten im Abstand von etwa 100 Kilometern zwischen Köln und Hamburg. „Unser Ziel ist es, auch Ladesäulen an den Raststätten im Ruhrgebiet aufzubauen“, sagt Hell. Der Vorteil dieser Schnellladesäulen: In maximal einer halben Stunde hat sich das Auto genug Energie für weitere 100 Kilometer geholt. „Die Nutzungsfrequenz ist allerdings noch sehr gering, weil sich viele Fahrer nicht trauen mit dem Elektroauto längere Strecken zurückzulegen."

Insgesamt aber steigen die Ladefrequenzen erheblich. Deutschlandweit wurde im Jahr 2013 allein beim Essener Energieversorger, der bei den Ladestationen über einen Marktanteil von 30 Prozent verfügt, doppelt so viel Strom geladen wie im Vorjahr. Zwar hinkt Deutschland noch immer Ländern wie Norwegen hinterher, wo manche Busspur zu verstopfen droht, weil sich dort der größte Elektrofahrzeugmarkt des Kontinents entwickelt hat. Aber auch hierzulande hat sich einiges getan. RWE betreibt mit inzwischen über 2800 Ladepunkten das größte intelligente Ladeinfrastrukturnetz in Europa und verspricht den Kunden 100 Prozent Ökostrom, einfache Handhabung und niedrige Kosten. „Wir stellen jedem Kunden nur das in Rechnung, was er tatsächlich verbraucht“, so Hell. Konkret heißt das: Autostrom-Kunden zahlen etwa 4,50 Euro für jede gefahrenen 100 Kilometer.

„Gerade die junge Generation interessiert sich besonders für das Thema E-Mobility. Wir erwarten, dass die Bereitschaft wächst, in diese Richtung zu gehen“, sagt der Produktmanager. So rechnet die Branche damit, dass alleine im Ruhrgebiet bis zum Jahr 2015 etwa 28 000 Elektrofahrzeuge zugelassen sein werden.


Ladesäulen-Apps
Die RWE-App e-kWh zeigt, wo Ladesäulen stehen, überträgt die Kundendaten, startet den Ladevorgang und registriert die geladene Energiemenge. Im epower basic-Tarif beträgt der monatliche Grundpreis 4,95 Euro. Alternativ ist auch die Direkt-Bezahlung per SMS möglich. www.vorweggehen.de
Einen anbieterübergreifenden und europaweiten Zugang zu Ladestationen bietet www.hubject.com

 

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