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Erstsemester-Check: Pläne erstellen und Party machen

Jan-Henrik Seifert 06. Dezember 2016 12:20

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    Ein aufgeräumter Schreibtisch ist schon mal ein guter Start für alle weiteren Aufgaben. Jan-Henrik versucht, sich als Erstsemester an der Universität wacker durchzuschlagen und erstellt schon mal den Stunden- und Partyplan.

Tipps „Endlich im Studium angekommen,“ denke ich. Aber ist das wirklich so? Gedanklich hake ich meine Studium-to-do-Liste ab.

Zulassung zu Studium bekommen, Uni-Account eingerichtet, Semestergebühren gezahlt, Studenten-Wohnung eingerichtet, beim Einwohnermeldeamt umgemeldet, Hausrat- und Haftpflichtversicherung abgeschlossen, Internet- und Telefonanschluss beantragt, sogar eine Waschkarte für die Waschmaschinen im Studentenwerk besorgt und aufgeladen.

Aber einen richtigen Stundenplan? Den hatte ich noch nicht. Dieses Teil, was man in der Schule immer verlässlich vorgesetzt bekommt, und an dem sich lange Debatten und unzählige Diskussionen entzünden konnten, wie blöd die Unterrichtsstunden getimet waren, der Stundenplan, dieses selbstverständliche, stoisch wiederkehrende Ding, das gefühlt und in jedem Halbjahr einen neuen Aufreger zum Besten gab: Diesen Stundenplan gibt es nicht mehr! Ich hatte noch die vage Hoffnung, dass sich auf der Homepage der Uni so eine Art Muster für meinen Studiengang oder sich vielleicht ein hilfreicher Leitfaden für Erstsemester finden lässt. Schließlich bin ich ja nicht der erste Anfänger an der Uni, vor mir waren es doch auch Tausende.

Zweifel an der Studierfähigkeit

Am Anfang meiner Recherche war ich also noch frohen Mutes. Mit fortschreitender Klickaktivität am PC und kleiner werdenden Augen wurde mir eines jetzt ganz deutlich: Da war nichts, ist nichts und wird auch nichts vorgesetzt. Willkommen in der Welt des selbstständigen, eigenverantwortlichen und „erwachsenen“ Studierenden! Ich zweifelte an meiner Studierfähigkeit. Sollte es tatsächlich schon an der Erstellung des Stundenplanes scheitern? Klar, ich könnte das eine oder andere Seminar belegen, aber ist die verbindliche Belegung zum jetzigen Zeitpunkt auch klug? Brauche ich tatsächlich diese Anzahl der Unterrichtsstunden für die ersten Prüfungen/Scheine? Immer dann, wenn ich mir sicher war, fand genau diese Diskussion in meinem Kopf statt. Nett gemeinte Hinweise von anderen Studierenden im Studentenwerk wie „Knall dir am Anfang nicht zu viele Stunden in deinen Plan, du musst auch noch lernen, nacharbeiten und Ausarbeitungen schreiben“ machten mich noch entscheidungsunfreudiger. Puh, ich fühlte mich hilflos.

„Ging es eigentlich nur mir so?“, fragte ich mich. Ich rief meine Kommilitonen an und siehe da, ich war nicht allein mit dieser Unsicherheit. Wir trafen uns noch am gleichen Abend und wurschtelten uns durch die Empfehlungen der Uni. Keiner von uns erstellte einen Stundenplan, aber wir meldeten uns bei den „Ersti-Wochen“ und „Ersti-Veranstaltungen“ an. Diese Entscheidung war die beste, die wir gemeinsam treffen konnten. Erst einmal sorgte der Austausch für die Hebung des eigenen Selbstwertgefühls und die persönlichen Zweifel wurden abgefedert.

Wo ist der Hörsaal, wo das Klo?

Die „Ersti-Veranstaltungen“ waren rückblickend ein persönlicher „Reset“-Neuanfang – irgendwie wie der erste Schultag. Die Senior-Studenten belächelten uns Erstis, wie wir so in der Uni umherirrten und vielmehr einem wilden Hühnerhaufen glichen – immer auf der Suche. Auf der Suche nach dem richtigen Uniflügel, auf der Suche nach dem richtigen Hörsaal, auf der Suche nach der Toilette, auf der Suche nach der Mensa, auf der Suche nach einem freien Platz usw. Viele von den Senior-Studenten gaben aber auch bereitwillig, gern und lächelnd Auskunft und gute Tipps. Keiner von uns Erstis hätte im Vorfeld verzweifelt und von Aktionismus getrieben werden müssen.

Tipps für die Ersti-Zukunft

Ein Tipp für Eure Ersti-Zukunft? Die Veranstaltungen für die Starter und die Studienbeginner besuchen und fragen, was das Zeug hält. Außerdem gibt es noch viele hilfreiche Bücher zu, Beispiel „Bestnote: Lernerfolg verdoppeln“ und „Prüfungsangst halbieren“ von Martin Krengel, damit man mit Augenmaß und nicht mit Selbstkasteiung das Studium betreibt.
Ich habe jetzt meinen Stundenplan und kann ohne weitere Verzweiflungstreffen endlich und entspannt durchstarten. Meine Wand ziert ein Studi-Planer in Größe A1 für das Wintersemester 2016/2017 (erhältlich bei der UTB GmbH), sodass ich alle wichtigen Termine im Überblick habe. Außerdem finden sich auf dem Studi-Planer ausreichend Platz für Eintragungen in Sachen „Ersti-Parties“, die auf jeden Fall besucht werden sollten. Garantie für jede Menge Spaß, Ankommen und uniübergreifendes Netzwerken!

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