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Jonas studiert Molekulare Biologie: "Und was ist das genau?"

Jonas Schaub 04. März 2016 16:01

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    Hübsch... so ein DNA-Modell!

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    Jonas trägt das Modell der Nukleinbase Thymin ganz stolz in seiner Hand.

Studium Wenn ich jemandem erzähle, dass ich „Molekulare Biologie“ studiere, gibt mein Gegenüber in 99 % der Fälle die Antwort: „Hört sich ja… interessant an. Und was ist das genau?“ Die Antwort auf diese Frage ist tatsächlich gar nicht so leicht, da es viele Überschneidungen mit anderen Biowissenschaften (oder „Life Sciences“) und keine klaren Abgrenzungen gibt. Ich versuch’s mal, zu erklären…

Grob gesagt betrachtet die Molekulare Biologie die Vorgänge des Lebens, wie zum Beispiel Aufbau, Stoffwechsel und Differenzierung von Zellen und die Interaktionen ihrer verschiedenen Komponenten (vor allem DNA, RNA und Proteine) – auf molekularer Ebene (nomen est omen). Sie beschäftigt sich sozusagen mit den kleinsten Einheiten des Lebens und ihren chemischen Grundlagen.

Im Fokus molekularbiologischer Studien stehen beispielsweise oft Proteine. Diese sind recht große Moleküle (Makromoleküle), die von Zellen in der sogenannten Proteinbiosynthese produziert und sozusagen als Allzweckwerkzeuge eingesetzt werden. Sie erfüllen verschiedenste Aufgaben, von der Katalyse bestimmter Stoffwechselreaktionen (dann „Enzyme“ genannt), über den Transport von Stoffen aus der Zelle hinaus und in sie hinein, bis hin zur Kontaktvermittlung zu anderen Zellen. Dabei ist jedes Protein (in der Regel) für seine jeweilige Aufgabe spezifisch. Diese große Vielfalt an Funktionen wird erstaunlicherweise allein durch die unterschiedliche Kombination der 20 natürlichen Aminosäuren bei der Proteinbiosynthese, die komplexe dreidimensionale Faltung eines jeden Proteins und ein paar Modifikationen während und nach der Synthese, erreicht. In der Beschäftigung mit Proteinen liegt eine der großen Überschneidungen der Molekularen Biologie mit der Biochemie. Eine weitere große Überschneidung gibt es mit der (molekularen) Genetik, da sich die Molekulare Biologie ebenfalls mit der stofflichen Natur der Gene, den (Desoxy-)Ribonukleinsäuren (DNA/RNA), beschäftigt. Diese sind weitere wichtige Makromoleküle in jeder Zelle, denn in ihnen ist unter anderem die Vielfalt der zelleigenen Proteine codiert, anhand der unterschiedlichen Abfolge der Nukleinbasen (Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin). Diese Basenabfolge bestimmt bei der Proteinbiosynthese die Reihenfolge der Aminosäuren in dem vom jeweiligen Gen (= bestimmter Abschnitt auf der DNA) codierten Protein.

Später in der Forschung arbeiten

Abseits von all diesen für mich so interessanten Inhalten gibt es da natürlich noch die allseits beliebte Frage „Und was macht man später damit?“. Die Tätigkeitsfelder eines Molekularen Biologen sind vielfältig, auch wenn es aufgrund der vielen Überschneidungen zu anderen Biowissenschaften so gut wie keine Stellen geben wird, die ausschließlich für Absolventen dieses Faches interessant bzw. geeignet sind.
Mögliche Jobs finden sich unter anderem in der Medizinischen Forschung/Biomedizin, der Biotechnologie (Einsatz von Enzymen, Zellen und Organismen in der Technik, zum Beispiel zur Herstellung von Medikamenten), der Bioinformatik (Verarbeitung und Auswertung der immensen Datenmengen, die bei molekularbiologischen Studien entstehen, und Modellierung von Molekülen und Lebensvorgängen im Computer), der Lebensmittelindustrie und der pharmazeutischen Industrie, wo Biologen heutzutage vor allem in der Wirkstoffentwicklung eine zentrale Rolle spielen.
Wer nun Interesse an diesem meiner Meinung nach super-interessanten Studienfach bekommen hat und auch das Erlernen der nötigen Grundlagen in Mathematik, Chemie, Physik und Informatik nicht scheut, kann sich direkt hier im Vest am Standort der Westfälischen Hochschule in Recklinghausen (bzw. deren Internetseite) weiter informieren, denn dort wird Molekulare Biologie gelehrt. Es ist möglich, dort einen Bachelor- und auch einen Master-Abschluss in diesem Fach zu erwerben.

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