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Clea in Neuseeland: Schön, schöner, Neuseeland

Clea Kleffmann 12. Dezember 2017 11:04

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    Von den Hügeln rund um die Bucht Taylors Mistake hat man einen fabelhaften Ausblick auf das weite blaue Wasser. Für solche Momente läuft Clea gerne mal zwei Stunden, obwohl sie eigentlich kein Wander-Freund ist.

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    Clea (rechts) mit ihren Mitfreiwilligen Johanna und Verena auf Wandertour. Die Reiseführung und die Rolle des Fotografen übernahmen die beiden Neuseeländerinnen Erika und Tegan.

Teil 4 Es gibt im Moment wirklich ziemlich viel zu erzählen, weil ich irgendwie auch jeden Tag sehr viel erlebe. Im letzten Bericht habe ich ja erzählt, dass zwei Mädchen aus Neuseeland in unser Projekt für ein Praktikum kamen. Sie sind seit dieser Woche leider schon wieder zu Hause. Dafür haben wir aber jede Menge zusammen erlebt.

Die beiden Mädchen hießen Erika und Tegan und kamen hier aus Christchurch. Von vornherein wurde uns aber schon gesagt, dass die beiden aus dem ärmlicheren Teil von Christchurch kommen und mein Projekt mit ihrer Schule eine Kooperation hat, damit die Schüler dieser Schule, verschiedene Arbeitsbereiche kennenlernen dürfen. Ich muss sagen, dass es auch schon eine Bereicherung war, Neuseeländer zu haben, die in unserem Alter waren, da sie uns viele Sachen außerhalb eines Reiseführers zeigen konnten. Tegan kam zum Beispiel auf die Idee, dass wir ja in das Christchurch Museum gehen können. Was an diesem Tag auch eine ziemlich gute Idee war, da es sehr stark geregnet hatte.


Typisch Deutsch: Portemonnaie zücken

Als wir dann alle dort ankamen, mit Nancy und ihrem kleinen Sohn Nate im Schlepptau, wollten wir Deutschen, wie wir es gewohnt waren, unsere Portemonnaies rausholen, um für das Museum zu bezahlen.
Allerdings war diese Aktion total überflüssig, denn das große Museum in Christchurch, kostet genauso wenig wie alle Museen Neuseelands – nämlich überhaupt nichts. Das Museum ist auch nicht gerade klein, es ist ein dreigeschossiges altes Gebäude, das die unterschiedlichsten Ausstellungen beinhaltet. Am meisten konnte ich mich aber für die Besiedelung Neuseelands und für die Maori- Kultur begeistern. Außerdem hatte ich in dem Museum noch ein nettes Gespräch mit einem älteren Herren, der mir ein Schiff gezeigt hat, auf welchem seine Großeltern gefahren sind. Anschließend sind wir dann noch in ein gemütliches kleines Cafe gefahren und haben erst einmal einen großen Moccachino getrunken und Zimtschnecken gegessen.

Das Wochenende danach waren wir alle zusammen bei der Bucht Taylors Mistake. Andrew, der hier ebenfalls in meinem Projekt arbeitet, hat uns nämlich erzählt, dass er seiner Frau Priscilla vor circa 30 Jahren genau dort den Heiratsantrag gemacht hat.

Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, warum man ein so schönes Fleckchen Erde eigentlich Mistake, also Fehler, nennt. Auf jeden Fall sind wir an dem Tag sehr früh losgefahren, um die zweistündige Wanderung um Taylors Mistake zu machen. Unsere Wanderung hat aber um einiges länger gedauert, da wir eigentlich jeden Meter stehen geblieben sind, um Fotos zu machen.

Ich konnte mich zu Hause eigentlich auch nie für das Wandern begeistern, geschweige denn für Berge, aber hier macht es mir doch unglaublich viel Spaß. Wir waren immer wieder fasziniert, wie blau eigentlich das Meer sein kann und wir atemberaubend schön die grünen Hügel rund um die Bucht sind.
Auf der halben Strecke haben wir dann auch ein Picknick direkt am Meer gemacht. Jedoch wäre es natürlich zu langweilig gewesen, wenn man ganz gemütlich sein Butterbrot gegessen hätte.

Aufregendes Picknick mit Seehundrettung

Wir haben nämlich direkt neben uns einen kleinen Seehund gefunden, der schon ziemlich abgemagert war. Von alleine wollte er auch nicht ins Wasser gehen und seine Mutter konnten wir auch nicht finden. Erika hat dann bei so etwas ähnlichem wie einer Seehundstation angerufen – deswegen war es wieder gut, dass ich mit Neuseeländerinnen unterwegs war. Wir konnten danach dann auch mit reinem Gewissen weiter wandern.
Ich war wirklich sehr froh, dass ich meine Sonnencreme eingepackt hatte, weil der Frühling hier schon sehr warm werden kann. Nach knapp vier Stunden waren wir dann leicht müde, aber total fasziniert, wieder auf dem Parkplatz angekommen und sind nach Hause gefahren.

Übrigens kam in der Woche auch endlich mein Paket von zu Hause an, was gefühlt eine Ewigkeit unterwegs war. Die Post sagt, dass ein Paket normalerweise zehn bis 15 Tage unterwegs sein sollte – meins hat knapp einen Monat gebraucht. Aber darauf habe ich mich wirklich unheimlich doll gefreut.

Eigentlich stand ich jeden Morgen im Büro und habe Michelle, die im Office arbeitet, täglich gefragt, ob mein Paket schon angekommen sei. Jetzt war es endlich da und ich konnte mein Zehn-Kilogramm-Paket aufmachen. Meine Eltern haben mir natürlich auch nur überlebenswichtige Dinge eingepackt. Im Paket war zum Beispiel mein Lieblingsbier und ein Haufen Fotos für mein Zimmer sowie Schuhe, Bücher und ein Mause-Kuscheltier, weil meine Eltern mich ganz liebevoll immer Clea-Maus nennen.

Ich finde es aber wirklich erstaunlich, wie schnell die Zeit hier eigentlich vergeht. Nun sind Tegan und Erika schon wieder zu Hause und es ist schon wieder ein Monat um. Aber es sind noch so viel mehr Aktivitäten geplant, sodass mein Reiseführer wirklich mein bester Freund geworden ist.
Clea Kleffmann (18, Recklinghausen) lebt ein Jahr in Neuseeland auf der Südinsel. In der Stadt Governors Bay arbeitet sie im Rahmen eines „Internationalen Jugendfreiwilligendienstes“, kurz IJFD, in Living Springs. Das ist ein Abenteuercamp für Kinder und Jugendliche. Bei Scenario berichtet Clea von ihrem Abenteuer in Neuseeland.

 
 

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