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Clea in Neuseeland: So stelle ich mir das Paradies vor

Clea Kleffmann 12. Juli 2018 09:49

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    Manchmal ist die Insel Tongatapu wie ausgestorben – gerade sonntags sieht man keine Menschenseele auf den Straßen oder am Strand.

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    So ähnlich stellt sich Clea das Paradies vor. Das kommt schon ganz gut hin.

Tonga: Das heißt neun Tage Sonne, Strand und Meer bei 30 Grad. Wir sind eigentlich auch nur auf die Idee gekommen, nach Tonga zu fliegen, weil meine Mutter schon immer unbedingt dorthinreisen wollte. Deswegen dachten wir uns, dass wir mal ein wenig Urlaub vom Urlaub gebrauchen könnten.

Wir sind für den ersten Tag in der Hauptstadt Nuku’alofa, auf der Insel Tongatapu.
Da heute Sonntag ist, müssen sich Johanna und ich erst einmal etwas für den Tag überlegen. Sonntag ist nämlich ein Ruhetag und dieser wird hier äußerst streng genommen. Das heißt, sonntags macht man nichts außer Kirche, Essen und Schlafen.

Johanna und mir wäre das aber für diesen Tag etwas zu langweilig, weshalb wir uns überlegt haben, dass wir auf die nächstgelegene kleine Insel Pangaimotu fahren, da die kleinen Boote auch sonntags dorthinfahren. Also machen wir uns auf den Weg zum Hafen.

Ich muss aber zugeben, dass ich mir die Stadt schon ein wenig anders vorgestellt hatte. Das Einzige, was wir im Moment sehen, sind eine ganze Menge Straßenhunde, da die Stadt sonst so gut wie ausgestorben ist.
Nach einer Stunde Warten kommt dann auch unser kleines Boot, welches uns nach Pangaimotu bringt. Die kleine Insel ist im Februar durch den Zyklon stark getroffen worden. Deswegen sieht sie leider nicht mehr ganz so schön aus wie früher. Aber trotzdem ist der weiße Sandstrand unglaublich schön.
Jetzt essen wir erst einmal Fish’n’Chips und danach gehen wir sofort ans Meer.

Fünf Tage im Bungalow am Strand verbringen

Am Montagmorgen werden wir ziemlich früh am Flughafen abgesetzt, da wir heute für fünf Tage nach Ha’apai fliegen. Die Insel wird wahrscheinlich unser Highlight werden auf unserer Reise, da wir die fünf Tage in einem Strand Resort, in einem Bungalow am Strand verbringen werden. Wir fliegen mit der unbekannten Fluglinie „Real Tonga Airline“, welche nur zwei Flugzeuge besitzt.

Der Flug war gar nicht so schlimm wie gedacht, nur ein wenig eng. Johanna und ich wurden aber auch schon sofort von den Besitzern des Resorts in Empfang genommen.

Und es ist kein Scherz, aber dieses Resort, der Strand, das Meer, unser Bungalow und alles, was es hier sonst noch gibt, ist einfach nur ein Traum. Genauso würde ich mir das Paradies vorstellen, wenn mich jemand danach fragen würde.

Der Urlaub war somit Erholung pur. An einem Tag lagen wir den gesamten Tag am Strand unter Palmen und haben die Sonne genossen, die wir schon lange nicht mehr in Neuseeland hatten. An einem anderen Tag haben sich Johanna und ich Schnorchel- Equipment ausgeliehen – und so haben wir eine ganze Menge bunter Fische in den Korallenriffen gesehen. Außerdem sind wir öfter mit dem Kajak zu den kleinen Inseln gepaddelt. Dort hat man sich schon sehr wie in „Fluch der Karibik“ gefühlt, da wir eine ganze Insel für uns alleine hatten.

Wir sind jedoch auch mit dem Fahrrad in die größte Stadt von Ha’apai gefahren – und ehrlich gesagt waren wir beide sehr froh, dass wir das gemacht haben, da wir dann auch mal die richtige Seite von Tonga sehen konnten, da es ja oftmals nicht immer so traumhaft ist, wie in den Resorts.

Nach einer ganzen Menge Erholung auf Ha’apai geht es für uns wieder zurück auf die Hauptinsel Tongatapu, damit wir uns die Hauptstadt Nuku’alofa noch einmal richtig angucken können.

Wieder zurück am Flughafen in Nuku’alofa angekommen, haben wir jedoch erst einmal ein paar Komplikationen, da unser Shuttle nicht da war, welches uns zum Hotel fahren sollte. Nach zwei Telefonaten mit unserem Hotel kam raus, dass der Fahrer schon ohne uns losgefahren ist und jetzt auf halbem Weg wieder umgedreht ist, um uns zu holen. Es heißt warten.

Das Warten lohnt sich manchmal

Aber das Warten lohnt sich, denn im Hotel angekommen, erhalten wir die Mitteilung, dass wir ein Hotelupgrade bekommen. Somit werden Johanna und ich die letzten drei Tage auf Tonga in der Hotelsuite mit Meerblick schlafen. Johanna und ich laufen erst einmal in die Stadt, da wir außer letzter Woche Sonntag, wo alles zu hatte, nichts von der Stadt gesehen haben.

Und der Unterschied ist auf alle Fälle wie Tag und Nacht, denn jetzt sind die süßen Cafés und Restaurants offen und wir können uns die kleinen Geschäfte angucken. Wir halten uns geschlagene zwei Stunden in dem Handarbeitsladen auf, um uns den typischen tonganischen Schmuck und die Bilder anzugucken. Und wir kaufen dort auch eine Menge Souvenirs für zu Hause. Außerdem gehen wir auf den großen Talamahu Markt. Dort kann man eine ganze Menge Obst und Gemüse, Kleidung und Schmuck kaufen.
Der Markt ist aber wirklich riesig, er hat drei verschiedene Etagen und auf jeder Etage, kann man verschiedene Sachen kaufen.

An unserem letzten Tag in Tonga, haben wir uns übrigens überlegt, dass wir mal den typischen tonganischen Sonntag nachmachen sollten.
Das heißt: Kirche, Essen und Schlafen. Wir haben uns also recht früh auf dem Weg in die Kirche gemacht, um uns einen typisch tonganischen Gottesdienst anzuschauen. Natürlich haben wir zwar recht wenig verstanden, aber es war ziemlich interessant. Gerade wenn der Pastor irgendwelche Witze erzählt hat und alle gelacht haben, wir jedoch leider kein Wort verstanden haben.

Die Kirche war aber unglaublich voll, da es dort normal ist, jeden Sonntag in die Kirche zu gehen – und jeder hatte seine tonganische Tracht an. Somit haben wir uns schon ein wenig underdressed gefühlt, obwohl wir uns für dieses Ereignis extra schick gemacht hatten.
Nach der Kirche hieß es dann nur noch essen und schlafen – und dann war unser Urlaub vom Urlaub auch schon wieder vorbei und es heißt: Zurück ins kalte Neuseeland.
Clea Kleffmann (19, Recklinghausen) lebt ein Jahr in Neuseeland auf der Südinsel. In der Stadt Governors Bay arbeitet sie im Rahmen eines „Internationalen Jugendfreiwilligendienstes“, kurz IJFD, in Living Springs. Das ist ein Abenteuercamp für Kinder und Jugendliche. Bei Scenario berichtet Clea von ihrem Abenteuer in Neuseeland.

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