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Clea in Neuseeland: Unfreiwillig langer Roadtrip

Clea Kleffmann 28. Mai 2018 14:11

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    Clea traut sich was und unternimmt ohne ihre Freundinnen einen Ausflug von der Süd- zur Nordinsel. Von der unberührten Natur der Urupukapuka-Insel ist sie hin und weg.

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    Im richtigen Moment auf den Auslöser gedrückt! Clea freut sich über tierische Begleitung während ihrer Schifffahrt.

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    Nicht nur Wasser, auch viel Sand hat Neuseeland zu bieten. Den nutzen viele zum Boarden aus.

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    Wunderschön: Leuchtturm am Cape Reinga.

Teil 9. Es geht zum Flughafen. Ich habe mir nämlich überlegt, dass ich einen Roadtrip alleine machen möchte, um mir ein wenig mehr von der Nordinsel Neuseelands anzugucken. In der Zeit, in der ich hier in Neuseeland bin, habe ich wahnsinnig viel von der Süd-, jedoch so gut wie gar nichts von der Nordinsel gesehen. Deswegen kam ich dann auf die Idee, mir die nördlichste Ecke von Neuseeland anzugucken, da es dort die schönsten Strände geben soll.

Mein Plan: Drei Tage werde ich in der kleinen Stadt Paihia verbringen und von dort aus verschiedene Tagesreisen machen. Meine Unterkunft hatte ich eigentlich schon gebucht. Als ich im Hostel ankomme, fliehe ich von dort aber schnell wieder. Es ist laut und sehr dreckig dort. Zum Glück finde ich ein weiteres – es liegt direkt am Meer, ich bin happy! Meinen Abend-Tee genieße ich mit einem herrlichen Ausblick auf der Terrasse und beende so meinen ersten Roadtrip-Tag.

Um sechs Uhr morgens klingelt mein Handywecker. Das ist zwar sehr früh, aber meine erste Tagesreise mit dem Bus startet heute zum nördlichsten Punkt Neuseelands. Dort möchte ich mir den Leuchtturm Cape Reinga ansehen. Die Fahrt führt auf dem „Ninety Mile Beach“ entlang. Wenn ich aus dem Fenster blicke, sehe ich nur eines: Strand. Klar, der Name scheint hier Programm zu sein, ich bin begeistert!

Der Busfahrer legt einen kleinen Stopp ein und wir Fahrgäste können uns bei dieser Gelegenheit den Strand angucken. Nicht nur das: Wir können auch Sandboarden gehen. Hier sind nämlich ziemlich hohe Sanddünen, die man runterrutschen kann. Man muss es aber auch erst einmal schaffen, dort oben anzukommen – die Sonne knallt bei 26 Grad richtig und der Sand ist dementsprechend aufgeheizt. Trotzdem: Es ist so toll, dass ich den Weg nach oben sogar zweimal auf mich nehme.

Nicht nur die Busfahrt zum Leuchtturm ist toll, auch der Fußweg dorthin überrascht mich so sehr, dass ich immer wieder stehen bleiben muss, um Fotos zu schießen. Als ich dann vor dem Leuchtturm am Cape Reinga aufs Meer schaue, sehe ich, wie die zwei verschiedenen Wassermassen, der Tasmansee und der Pazifische Ozean, aufeinandertreffen. „Der Tag hat sich definitiv gelohnt“, denke ich, als ich wieder zurück in Paihia bin.

Und dann sehe ich endlich Delfine…

Statt mit dem Bus fahre ich am nächsten Tag mit dem Schiff. Die Umgebung von Paihia wird auch „Bay of Islands“ genannt und besteht aus 144 kleinen und großen Inseln. Auf dem Schiff werde ich jede halbe Stunde gefragt, ob ich Sonnencreme benutzt habe, sehr fürsorglich sind alle hier: Der Grund ist aber klar, ohne Lichtschutzfaktor würde ich mit meiner hellen Haut hier wahrscheinlich verbrennen. Da ich mich eingecremt habe, kann ich entspannt die Aussicht auf die Inseln und das Meer genießen. Und dann passiert es: Delfine springen aus dem Wasser! Wunderbar und einzigartig! Zum Glück drücke ich im richtigen Moment auf den Auslöser meiner Kamera.

Wir legen eine Pause auf der Urupukapuka-Insel ein. Die Natur ist hier so unberührt und alles erinnert mich an eine traumhafte Südsee-Insel. Danach geht’s zurück nach Paihia. Hier habe ich etwas Zeit, mir das Städtchen anzusehen, ein paar Postkarten zu schreiben und ein bisschen am Strand zu lesen. Abends packe ich dann wieder meinen Rucksack. Denn am nächsten Morgen muss ich wieder den Bus erwischen, der mich zum Flughafen nach Auckland bringt. Und dort angekommen, fängt das Abenteuer erst richtig an. Nachdem ich mein Gepäck aufgegeben und eine Kleinigkeit gegessen habe, sehe ich auf der Anzeigentafel, dass so ziemlich alle Flüge, die auf der Nordinsel landen, gecancelt wurden – auch mein 19-Uhr-Flug zurück nach Christchurch ist betroffen.

Ich versuche, stattdessen den 21-Uhr-Flug zu bekommen, Pechsträhne, keine Chance. Einen Platz bekomme ich im 23-Uhr-Flieger. Doch nachdem unser Gepäck aufgeladen wird, bekommen wir die Nachricht: gecancelt. Verdammt! Ich muss also hierbleiben, doch, wie sich rausstellt, sind alle Hostels ausgebucht. Was bleibt mir also anderes übrig, als am Flughafen zu bleiben? Ich muss mir dort die Zeit bis zum nächsten Tag vertreiben: Mein nächster Flug geht (hoffentlich) dann um 13 Uhr. Ich hoffe auf jeden Fall, dass ich morgen von meinem unfreiwillig ausgedehnten Roadtrip zurückkehre.
Clea Kleffmann (19, Recklinghausen) lebt ein Jahr in Neuseeland auf der Südinsel. In der Stadt Governors Bay arbeitet sie im Rahmen eines „Internationalen Jugendfreiwilligendienstes“, kurz IJFD, in Living Springs. Das ist ein Abenteuercamp für Kinder und Jugendliche. Bei Scenario berichtet Clea von ihrem Abenteuer in Neuseeland.

 

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