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Erik interviewt Burkhard: Die Jugend meines Opas

Erik Schönberg 30. Mai 2018 10:18

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    Sehen sich ziemlich ähnlich und sind zusammen auch ein gutes Team: Erik (l.) und sein Opa Burkhard. Vielen Dank Euch beiden für die privaten Einblicke!

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    Nein, das hier ist wirklich nicht Erik, sondern Burkhard fast im gleichen Alter wie sein Enkelsohn jetzt.

Serie Glücklich ist, wer Oma und Opa hat. Wo Mama und Papa schon längst mit uns geschimpft hätten, drücken sie ein Auge zu. Sie hören uns zu und nehmen uns in den Arm und bei ihnen gibt’s oft Kaffee und Kuchen. Jederzeit können wir mit unseren Sorgen zu ihnen kommen: Sie wissen Rat, denn sie sind lebenserfahren. Jetzt sollen sie zu Wort kommen – hier bei Scenario. Unsere Jugendredakteure und Leser wollen wissen, wie „die Jugend ihrer Großeltern“ aussah. Heute befragt der 16-jährige Erik Schönberg aus Recklinghausen seinen Opa Burkhard (74) aus Marl.

Erik: Was war Dein Lieblingsplatz und wie hat er sich im Laufe der Jahre verändert?
Burkhard:
Definitiv das Eiscafé in Marl-Hüls. Dort habe ich mich immer mit Deiner Oma getroffen, wenn die Schule vorbei war. Außerdem gab es dort immer eine Musikbox, auf der unsere Lieblingssongs gespielt wurden. Das Eiscafé gibt es heute auch noch, bloß ohne Musikbox und mit neuen Besitzern.

Erik: Wie hast Du Dir das Erwachsenwerden vorgestellt?
Burkhard:
So, wie jedes Kind sich das halt vorstellt. Man darf alles machen, seine eigenen Entscheidungen treffen und keiner hat einem was zu sagen. Außerdem habe ich mich auf das Erwachsenwerden gefreut, weil man damals erst mit 18 Jahren ins Kino durfte. Generell hatte ich aber nicht allzu viel Zeit, mir Gedanken über das Erwachsenwerden zu machen, da ich bereits im Alter von 15 Jahren meine Lehre begonnen habe und schon mit 18 Jahren arbeitete.

Erik: Was war der schönste und was war der schlimmste Moment in Deinem Leben ?
Burkhard:
Einen „schönsten Moment“ kann ich nicht genau definieren, allerdings war die Zeit, als ich frisch in Deine Oma verliebt war, eine Zeit, die gespickt mit vielen sehr schönen Momenten war.

Durch Mauerbau von der Familie getrennt

Der schlimmste Moment meines Lebens war die Vier-Minuten-Meisterschaft von Schalke am 19. Mai 2001 (lacht). Nein, Spaß! Was wirklich schlimm für mich war, war der Mauerbau. Ich bin ja im Alter von 16 Jahren nach einem dummen Streich und aus Angst vor den Konsequenzen allein von Berlin nach Westdeutschland gegangen, und als dann die Mauer gebaut war, konnte ich meine Familie für mehr als zehn Jahre nicht sehen. Das war wirklich eine sehr schlimme Zeit für mich.

Erik: Wer war Deine erste Liebe und wie ist es gelaufen ?
Burkhard:
Meine erste große Liebe – das ist vielleicht eine Geschichte. Ich war damals mit meinem Cousin in derselben Klasse, wir waren beide so um die zehn, elf Jahre alt. Es gab ein Mädchen in unserer Klasse, Heidi, und wie der Zufall es wollte, hatten sowohl mein Cousin als auch ich ein Auge auf besagte Heidi geworfen. Das war ein dauernder Wettstreit zwischen uns, denn wir beide versuchten, sie zu beeindrucken. Eines Tages sind wir dann zu zweit zu ihr gegangen, um ihr etwas zu schenken. Das hat sich aber alles im Sand verlaufen, in dem Alter ist man ja eh noch nicht alt genug, um zu wissen, was wahre Liebe ist.

Erik: Was wundert Dich an meiner Generation? Hast Du Fragen an uns ?
Burkhard:
Das Einzige, was mich an Eurer Generation ab und an wundert, ist, wie wenig kommunikativ manche Jugendliche doch sind. Beispielhaft fällt mir da ein, wie ich vergangenen Samstag in einer Bar war. Vier Jugendliche kamen rein, setzten sich und holten umgehend ihre Smartphones aus ihren Taschen. Miteinander geredet haben sie dabei nicht. Natürlich gilt das nicht für alle Personen in Deinem Alter. Aber fehlt Euch nicht etwas, wenn Ihr kaum Worte miteinander wechselt?
 
Was wisst Ihr über die Jugendjahre Eurer Großeltern? Nicht so viel, oder? Das wollen wir mit Euch ändern! Schreibt uns an, wenn Ihr mit Eurer Oma oder Eurem Opa dabei sein wollt: scenario@medienhaus-bauer.de

 


 

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