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Schwierige Nebenjob-Suche: Verkaufen kann ich nicht

Marit Jantzen 06. Februar 2017 08:57

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    „Gibt’s die eigentlich auch in Größe 39 und stehen mir rote Sneakers überhaupt?“ Auf solche Fragen wird zumindest Jugendredakteurin Marit aus Marl keine Antwort geben. Die Studentin möchte nicht als Verkäuferin arbeiten.

Jobben Auf der Suche nach einem Job, den ich neben meinem Studium ausführen kann, begegnen mir momentan ein paar Schwierigkeiten, mit denen ich nicht gerechnet habe.

Punkt eins wäre, dass es nicht leicht ist, einen 450 €-Job zu finden, der zu einem passt! Ich habe mich bei mehreren, teilweise auch bekannten, Modeketten beworben und keine von diesen wollte Personal einstellen, das auf 450 €-Basis arbeitet. Das hat natürlich Gründe – und zwar, dass es bestimmte Gesetze gibt, die eine Anstellung für einen 450€-Job für den Arbeitnehmer – wie in meinem Fall – angenehmer machen, ich muss mich zum Beispiel nicht selber krankenversichern, für den Arbeitgeber aber mehr Abgaben erfordern und er die 450 €-Arbeitskraft nicht so flexibel einsetzen kann.

Nachdem ich das erfahren habe, war ich geknickt. Auch ein Probearbeitstag in einer bekannten Modekette machte das nicht besser. Ich musste feststellen: Ich kann nicht verkaufen. Ich kann Menschen einfach nicht irgendwelche Sachen andrehen, die sie gar nicht brauchen.
Und noch etwas kann ich nicht: kellnern! Ich gehöre zu jenen Menschen, die unter der Stresseinwirkung vermutlich unbeabsichtigt zahlreiche Gläser herunterschmeißen würden. Ich kann nicht verkaufen und ich kann nicht kellnern. Toll, die hervorstechendsten Nebenjobs, die man als Studentin machen kann, sind schon mal aus dem Rennen.

Bei Job-Sucheingabe ist Kreativität erfordert

Da muss ich wohl etwas kreativer werden. Also durchforstete ich das Internet, schleuderte mit verschiedensten Suchbegriffen um mich und bewarb mich bei allem Möglichen: um eine Anstellung als Zimmermädchen, als Reinigungskraft, als Katalogmodel, als Werbung-in-die-Zeitung-Packfrau und schließlich als Hilfskraft für ein Labor, das menschliche Proben auswertet. Nachdem ich nun gesehen habe, wie viele verschiedene Jobs es geben kann und wie viele weitere man noch so finden wird, bin ich richtig motiviert, nicht nur einen Nebenjob zu finden, der mir Geld bringt, sondern mir auch Spaß macht – einen Job, der mir vielleicht sogar wertvolle Einblicke liefern kann und mich auf meinem Pfad der Persönlichkeitsentwicklung längerfristig begleiten kann.

Nebenbei ist mir klar geworden, was für eine tolle Sache der Mindestlohn ist. Vor einigen Jahren hat man für ähnliche Nebenjob-Tätigkeiten vielleicht sogar nur fünf oder sechs Euro die Stunde bekommen, nun sind es sogar 8,84 €. Das ist echt genial! Ein wesentlicher Punkt ist also geklärt. Egal, welchen Nebenjob, den man als Student ausübt, man bekommt pro Stunde auf jeden Fall mindestens diese 8,84 €!

Wie ist das mit dem Probearbeiten?

Was dagegen nicht geklärt ist, ist die ominöse Geschichte mit dem Probearbeiten. Eigentlich sollte man doch, sobald man irgendwo arbeitet und dort nicht freiwillig seine Freizeit verbringt, Geld bekommen. Also müsste man doch auch fürs Probearbeiten Geld kriegen. Für den bereits erwähnten Job bei der Modekette hätte ich zwei volle Tage (also jeweils acht Stunden) Probearbeiten müssen, ohne einen Cent dafür zu bekommen. Ich war nur einen Tag da, musste mit einer anderen Probearbeiterin das Outlet des Shops aufräumen, Kunden aktiv beraten und am Ende sogar ganz alleine in dem Outlet stehen.

Ich finde es auf der einen Seite gut, dass man erst mal einen ganzen Tag zur Probe arbeitet und mal sehen kann, ob auch die mit dem Arbeiten verbundenen „Belastungen“ was für einen sind. Auf der anderen Seite kann der potenzielle Arbeitgeber sehen, wie man sich so anstellt und beurteilen, ob es überhaupt zu einem Arbeitsverhältnis kommen kann. Meine gute Freundin, die schon viele Jobs hatte, wie zum Beispiel in Bäckereien oder in Bars, meinte, sie würde sich als Studentin nicht als Probearbeiterin ausnutzen lassen. Einen Tag zur Probe arbeiten sei für sie okay, aber mehrere Tage dann eher nicht.
Ich werde weitersuchen, zu den Bewerbungsgesprächen gehen, zu denen ich eingeladen wurde, und hoffen, dass sich für mich ein Nebenjob finden lässt, der Spaß macht.
 
 

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