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VIP: Autorin Linda Schipp: Ein Buch gegen das Schreckgespenst „Tod“

Alina Meyer & Kathi Lenger 10. Oktober 2018 15:57

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    Zwei Jahre lang schrieb Linda Schipp am Manuskript, bevor das Buch nun endlich gedruckt und gebunden im Laden stehen kann.

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Es gibt sie überall. Eigentlich gehört jeder dazu. Zu den VIPs. Damit meinen wir allerdings nicht die „Very Important Persons“, die auf roten Teppichen rumstöckeln, sondern die „Very Interesting Persons“, die uns im Bus, an der Supermarktkasse oder im Schwimmbad begegnen. Wir stellen Euch bei Scenario junge Menschen vor, die ganz klar VIPs sind. Heute: Autorin Linda Schipp.

Der Tod ist ein Schreckgespenst. Die meisten Menschen fürchten sich vor ihm. Vermutlich, weil er so ungewiss und so endgültig ist – und so viele Fragen aufwirft. Jeder Mensch hat sich sicher schon die Frage gestellt, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Und ebenso sicher keine zufriedenstellende Antwort darauf erhalten. Auch Autorin Linda hat sich diese Frage gestellt und darüber ein Buch geschrieben.

Der Inhalt: Jack, ein Kopfmensch und Jahrgangsbester an der medizinischen Fakultät, ist auf der Suche nach dem perfekten Ort zum Sterben. Während seiner Suche trifft er auf Rosalie, einen Bauchmenschen, die behauptet, den perfekten Ort zu kennen, weil sie schon mal im Himmel gewesen sei. Rosalie hat eine Nahtoderfahrung erlebt. Irgendwann erkennt sie, dass Jack „weder an die Liebe noch an das Leben glaubt, nein, dass er nichts glaubt, was sich nicht beweisen lässt“, heißt es im Klappentext. Daraufhin überredet sie ihn zu einem wissenschaftlichen Experiment. Zu dem berühmten Experiment der 36 Fragen nach Arthur Aron.

„Das übergeordnete Thema des Buches ist der Glaube an eine höhere Macht. Die Idee für das Buch ist aus meinem eigenen Glauben entstanden, der Rosalies stark ähnelt. Ich wollte darstellen, dass das Thema insbesondere in meiner Generation nicht als uncool gelten sollte und man sich nicht schämen darf, darüber zu sprechen“, sagt Linda.

Was ein Leben nach dem Tod angeht, so hat Linda ihre eigenen Ansichten. „Ich glaube an das Schicksal und an eine übergeordnete Macht – und auch daran, dass alles was auf der Erde passiert, einen Sinn hat“. Ihre autobiografischen Elemente treten in der Protagonistin Rosalie zum Vorschein.

Daneben hat Linda mit einem Nahtod-Erfahrungsforscher gesprochen und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse einfließen lassen. „Der Forscher hat mir erklärt, dass es bis heute keine physische, irdische Erklärung dieser Nahtoderlebnisse gibt. Niemand weiß, was bei diesen Erlebnissen im Körper vor sich geht. Das hat mich zutiefst überrascht und in meiner Überzeugung bestärkt.“

Die 24-Jährige, die neben ihrem Autorensein PR-Beraterin ist, hat zwei Jahre lang an dem Buch geschrieben und es nach dem Prinzip der Heldenreise geplottet. Die Heldenreise besteht aus zwölf Schritten und beschreibt die Taten eines Helden in einer typischen Situationsabfolge. „Ich habe jedes meiner Kapitel erst grob und dann immer genauer geplant“, sagt die Autorin.

„Dadurch ist die Geschichte viel zielführender und qualitativ hochwertiger geworden, weil ich wusste, worauf ich hinarbeite.“ Lindas erster Roman „Memories to do“ sei nicht so sehr geplant gewesen. „Da habe ich mich mehr von meinen Figuren und der Geschichte leiten lassen.“

Coverdesigner Alexander Kopainski hat die Aufmachung gestaltet. Das Cover zeigt die dunklen Silhouetten zweier Menschen, die auf einer Brücke sitzen. Hinter ihnen tut sich ein dunkler, wolkendurchzogener Himmel auf. „Anfangs konnte ich mich mit dem Cover nicht so sehr anfreunden. Ich hatte mir etwas anderes vorgestellt und fand, es war etwas zu dunkel geraten. Dann aber habe ich der Erfahrung des Designers vertraut und bin nun doch sehr glücklich mit dem Design. Es könnte nicht passender sein.“

Linda Schipp: „Verdammt nah am Himmel“
Drachenmondverlag
360 Seiten
ISBN-10: 3959912897
14,90 Euro
Ihr könnt Linda auch auf Instagram (linda_schipp) oder auf Facebook (LindaSchippAutor) finden, um mehr über ihre Bücher zu erfahren.

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