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Fabian erklärt DVB-T2: Das TV-Bild ist bald weg – oder nicht?

Fabian Liebehenz 28. Februar 2017 09:41

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    ARCHIV - Ein Schild zeigt in einem Elektronikmarkt auf das Regal mit DVB-T2 Empfängern. Für den TV-Empfang per Antenne stehen Ende März große Veränderungen an. Jugendredakteur Fabian erklärt deshalb, was zu beachten ist.

Technik Im Fernsehen heißt es seit einiger Zeit in der Werbung immer: „Ihr TV-Bild ist bald weg. DVB-T wird abgeschaltet.“ Doch was hat es damit eigentlich auf sich? Auf die Fragen, was am 29. März genau passiert, warum überhaupt das Signal abgeschaltet wird, wer betroffen ist und was man als Betroffener tun kann, habe ich Antworten.

Wer ist von der Abschaltung betroffen?
Derzeit gibt es drei verschiedene Arten für die Übertragung von Fernsehsignalen: DVB-S, DVB-C und DVB-T. DVB ist dabei die Abkürzung für „Digital Video Broadcasting“, was man auf Deutsch mit digitalem Videorundfunk übersetzen kann. Das Kürzel hinter dem DVB steht dann für die Übertragungsart: S für Satellit, C für Kabel und T für terrestrisch. Um die letztere geht es bei der kommenden Abschaltung, da DVB-T durch den neuen Standard-DVB-T2 ersetzt wird.

Warum wird DVB-T durch DVB-T2 ersetzt?
Die Abschaltung von DVB-T zugunsten des Nachfolgers hat dabei gute Gründe. Zuerst einmal steht in der Werbung die gesteigerte Bildqualität im Vordergrund. Durch DVB-T2 ist nun, wie auch beim Kabel- oder Satellitenfernsehen, eine Verbreitung der Programme in HD-Qualität möglich. Dies bedeutet eine höhere Anzahl an Bildpunkten und Details im Bild sowie eine erweiterte und dadurch realistischere Farbwiedergabe. Doch auch die technischen Neuerungen sind wichtig: Da aufgrund der Smartphones die Nutzung von Daten in den Mobilfunknetzen rapide zugenommen hat, müssen neue Funkfrequenzen freigemacht werden, um den Bedarf zu decken. Weil der Bereich der nutzbaren Frequenzen aber eingeschränkt und bereits gut gefüllt ist, sind Einsparungen nicht zu vermeiden. Durch die verbesserte Technik von DVB-T2 können die Programme nicht nur mit einer besseren Bildqualität gezeigt werden, sondern benötigen gleichzeitig auch weniger Platz im Funkspektrum.

Neue Technik ist nicht abwärtskompatibel

Welche Geräte unterstützen den Empfang?
Leider ist die neue Technik nicht abwärtskompatibel, was bedeutet, dass entweder ein neuer Fernseher mit integriertem Empfänger oder ein externer Receiver vonnöten ist. Bestehende Antennen sollen aber auch weiterhin nutzbar sein. Wichtig hierbei ist anzumerken, dass das Empfangsgerät nicht nur Unterstützung für den DVB-T2-Empfang, sondern auch H.265 bzw. HEVC besitzen muss. Dies ist nämlich die Art der Komprimierung, die in Deutschland eingesetzt wird – ohne H.265 / HEVC kann der Empfänger nichts mit den Signalen anfangen und das Bild bleibt schwarz. Glücklicherweise hat die „Initiative DVB-T2 HD“, die aus einem Zusammenschluss der Rundfunkhäuser besteht, ein entsprechendes Logo veröffentlicht, mit dem sich kompatible Geräte schnell finden lassen (Googelt mal danach!). Möchtet Ihr nun nachprüfen, ob Euer Fernseher den Empfang bereits ermöglicht, so könnt Ihr unter www.tv-plattform.de/de/dvb-t2-hd-geraeteliste ganz leicht nach der Modellnummer suchen lassen.

Wie viel kostet der Empfang und was ist freenetTV?
Allerdings hat die Abschaltung auch negative Seiten, die sich in den Kosten widerspiegeln. Ein neuer Receiver schlägt bereits mit mindestens 40 Euro zu Buche – und mit diesen kann man dann nur das öffentlich-rechtliche Programm empfangen. Denn wie auch beim Satellitenfernsehen möchten die privaten Sender für den HD-Empfang Geld sehen, eine kostenlose Verbreitung in normaler Auflösung findet bei DVB-T2 nicht statt. Für den Empfang von RTL, ProSieben, Sat.1 und Co. muss man daher zusätzlich noch ein Abo beim Anbieter freenetTV beziehen. So „free“ wie im Namen ist das allerdings nicht: Bei Benutzung eines Fernsehers mit integriertem DVB-T2-Empfänger muss zuerst ein sogenanntes Ci+ Modul für 80 Euro gekauft werden, dass die Entschlüsselung ermöglicht. Zusätzlich zu diesen einmaligen Kosten kommt dann das Abonnement für 69 Euro pro Jahr. Wer hingegen einen Receiver nutzen möchte, muss beim Kauf auf die Unterstützung des „Irdeto“-Systems achten. Die Preise für solche Receiver starten bei rund 60 Euro, die Abokosten kommen aber auch hier hinzu.

Solltet Ihr derzeit Euer TV-Signal über DVB-T empfangen, so habt Ihr noch bis zum 29. März Zeit, um auf den neuen Standard umzusteigen – oder aber die Empfangsart komplett zu wechseln.
Mehr Infos unter:www.medienhaus-bauer.de/dvb

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