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Mode für Männer: Mehr Weite für den Sommer

Jana Illhardt 01. März 2017 17:12

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    Legere Jogpants gehören zu den Trends in der Männermode. Cinque kombiniert die lässige Hose mit einem Strickpullover und schickem Mantel (Mantel ca. 280 Euro, Strickpulli ca. 100 Euro, Hose ca. 130 Euro).

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    Mehr Weite und ein lässiger Look - das sind zwei Trends der Sommermode für Männer, wie auch Michael Kors in seiner aktuellen Kollektion zeigt (Shirt 95 Euro, Hose 195 Euro, Sonnenbrille 275 Euro, Tasche 995 Euro).

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    Große Tierprints auf dem Rücken von Blousons, dazu lässige Jeans und Sneaker stehen für den neuen Streetlook, der die Mode jüngerer Männer nun prägt. Auch C&A setzt darauf (Blouson 39 Euro, Jeans 29 Euro).

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    Cargohosen und urbane Lässigkeit - so inszeniert Sisley den Männerlook in dieser Saison (links: Sakko 159 Euro, Shirt 35 Euro, Hose 95 Euro, rechts: Sakko 159 Euro, Pullover 85 Euro, Gürtel 49 Euro, Hose 85 Euro).

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    Lässig unterwegs: Das Reisen ist ein Thema der Alltagsmode geworden. Unternehmen wie Lexington setzen aktuell auf leichte, dynamische und sportliche Kleidung für Männer (Jacke 325 Euro, Shorts 99 Euro, Rucksack 169 Euro).

Für den Appell „Bauch raus“ ist es noch etwas zu früh. Aber so mancher Mann, der sich mit der eng sitzenden Mode der letzten Saison schwergetan hat, kann aufatmen. Es ändert sich wieder etwas – und Hosen und Sakkos werden in neuen Weiten angeboten.

Männer dürfen im wahrsten Sinne des Wortes aufatmen: Die seit einigen Jahren schlanke, sich der Figur anpassende Slim-Fit-Kleidung verabschiedet sich langsam. Ab Sommer 2017 ist trendige Männermode wieder etwas luftiger. Scenario gibt einen Überblick über die Trends:

Weite: Zwar liegen in der kommenden Saison die größeren Kleidungsstücke in den Regalen noch dezent neben den eng geschnittenen, das werde sich aber nach und nach ändern, erklärt René Lang, Präsident des Netzwerks deutscher Mode- und Textil-Designer. „Die Sakkos sind an den Schultern weiter geschnitten, und auch die Hosen bekommen mehr Volumen.“ Allerdings erwartet das Deutsche Mode-Institut, dass Hemden weiterhin im Schnitt „slim“ in Mode sind.

Comeback der XL-Shirts

Eine große Bandbreite an Weiten lässt sich vor allem bereits bei den Hosen bemerken: Man findet im Handel die gewohnten schmalen Chinos genauso wie locker sitzende Cargopants und andere deutlich weitere Schnittformen bis hin zur bequemen Jogpants. „Die schmal geschnittene Hose bleibt dabei Mainstream“, sagt zwar der Modekritiker Bernhard Roetzel. „Daneben kommt Bundfalte wieder, aber nicht so groß wie in den 50ern.“ Aber das Mode-Institut bemerkt etwa auch im Rahmen eines Trends zur Streetwear schon ein Comeback der XL-Shirts in diesem Sommer.

Casualisierung: Das Bereisen der Welt ist ein gesellschaftliches Thema, das sich in der Mode in Form von bequemer Kleidung spiegelt. „Die Leitidee wurde weiterentwickelt und auf die alltägliche Kleidung übertragen“, sagt André Bangert vom Fachmagazin „Textilwirtschaft“. „Auf den Laufstegen sehen wir bürotaugliche Mode, die bequem und funktional, aber eben dennoch mondän ist.“ Die Stoffe geben ihr den entspannten Mehrwert.
So werden zunehmend Elastan und witterungsaktive Stoffe verarbeitet. „Sie werden leichter und dynamischer in ihrer Beschaffenheit“, erläutert das Deutsche Mode-Institut in einer aktuellen Trendanalyse.
Dazu werden ebenfalls funktionale Elemente der Sportmode übernommen, etwa Tunnelzüge und Bündchen.

Eleganz: Das klassische Hemd bekommt starke Konkurrenz im Zuge des Sportswear-Trends vom Polo und Longsleeve. Außerdem machen neue weiche, leichte Baumwoll-Materialien und anderweitige Textilmischungen aus dem eng geschnittenen T-Shirt einen Oberhemd-Ersatz. Besonders aber die Jogpants oder Tracksuit-Hose ist aktuell Ausdruck dieses Trends – sie ist die stylischere Variante der guten alten Jogginghose. Modeexperte Bangert findet: „Für weniger modemutige Männer ist dieser Trend ideal.“

Der italienische Stil gewinnt in der Mode wieder mehr Gewicht – und mit ihm Qualität. „Es gibt jene Männer, die die Eleganz wiederentdecken, die sich abgrenzen wollen von der Masse“, sagt der Modekritiker Roetzel. Insbesondere bei jungen Männern komme der Wunsch nach Urtümlichkeit und Qualität auf.
„Sie sehnen sich nach Stoffen, die wie solche aussehen, die Struktur und Griff haben.“ Roetzel zählt auf: „Wir sprechen hier von Leinenstoffen, Leinen-Seide-Gemischen, Canvas-Stoffen, Blousons und Sakkos mit Blasebalgtaschen“, zählt Roetzel auf.

Streetwear: Im Rahmen des Trends zu mehr Eleganz ist die Weste zurück. „Seit einer gewissen Zeit beobachten wir die Renaissance des Dandy-Looks“, erläutert Lang. „Jetzt hält die Weste auch im Casual-Bereich Einzug.“ Sie sei entweder fein gearbeitet oder sportiv, im Used-Look aus Jeansstoff gefertigt und gerne mit Strick kombiniert. Bei den Jüngeren feiern 80er- und 90er-Jahre-Labels ein Revival, auch viele Designer bringen gerade die für die Zeit typische Streetwear wieder auf den Laufsteg.

Wovon genau sprechen wir? Aus der Vergangenheit geholt werden Nylon-Jogginghosen, Sweat-Jacken, Hoodies, Aufnäher und übergroße Allover-Tierprints auf dem Rücken. „Das ist eine raue, junge Urbanität, zu der auch nur eine raspelkurze Frisur statt Föhnwelle passt“, erklärt Modeexperte Bangert.

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