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Mit Köpfchen ins Viertelfinale: Schalke macht sich selbst das schönste Geschenk

Matthias Heselmann, Frank Leszinski 19. Dezember 2017 22:46

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    Irgendwo unter dieser Schalker Jubeltraube befindet sich Max Meyer, Torschütze zum 1:0 gegen Köln.

Gelsenkirchen Es war ein hartes Stück Arbeit und über weite Strecken ein eher unansehnliches Spiel, doch am Ende reichte es: Schalke schlägt den 1. FC Köln mit 1:0 (0:0) und zieht ins DFB-Pokal-Viertelfinale ein. Dank Meyer mit Köpfchen feierten Schalkes Fans den knappen Erfolg.

Es war das letzte Spiel des Jahres für den FC Schalke, und vor der Partie wurde es besinnlich in der Arena: Zum traditionellen Steigerlied erhellte ein Meer aus Wunder-kerzen die Nordkurve. Trainer Domenico Tedesco hatte sein Team im Vergleich zum Frankfurt-Spiel auf zwei Positionen verändert: Für Benjamin Stambouli rückte Thilo Kehrer in die Dreier-Abwehrkette, statt Yevhen Konoplyanka durfte Franco Di Santo von Beginn an ran.

Unter Peter Stöger hatte der 1. FC Köln auf Schalke kein Spiel verloren – doch der Österreicher trainiert inzwischen ja bekanntlich Borussia Dortmund. Stögers Nachfolger Stefan Ruthenbeck hatte, wie von Tedesco erwartet, die berühmte „Betonmischmaschine“ angeworfen: Bei Ballbesitz Schalke verteidigten die Gäste mit elf Mann tief in der eigenen Hälfte und lauerten auf Konter.

Es wurde in der ersten Halbzeit das von Tedesco befürchtete zähe Spiel, mehr als das: Schalke zeigte bis zur Pause eine der schwächsten Saisonleistungen und ließ viel spielerische Kreativität vermissen. Die erste Chance der Partie hatten sogar die Gäste, als sich in der zweiten Minute eine verunglückte Flanke von Lukas Klünter gefährlich Richtung Tor senkte, aber auf dem Außennetz liegen blieb. Für den ersten Torschuss brauchte Schalke eine halbe Stunde: Harit zog aus 14 Metern ab, schoss aber in die Arme von Timo Horn (31.). Zwei Minuten später köpfte Matija Nastasic nach einem Freistoß von Alessandro Schöpf über das Tor – mehr hatte Schalke vor der Pause nicht zu bieten.

In der Halbzeit wechselte Tedesco, brachte Stambouli für den schwachen (und gelb-rot-gefährdeten) Kehrer. Schalke probierte es jetzt mit noch mehr Druck: Mehr als ein Schussversuch von Burgstaller, der das Tor um mehrere Meter verfehlte, sprang dabei aber nicht heraus (52.).

Erst in der 62. Minute wur-de Schalke wieder gefährlich: Nach einer Ecke landete der Ball im Gewühl bei Nastasic, der aus fünf Metern allerdings Timo Horn anschoss.

Aber wenn in dieser Saison auf eines Verlass ist, dann auf Schalkes Standardsituationen. 63. Minute, Ecke Schalke: Bastian Oczipka bringt den Ball einigermaßen flach hinein – und findet ausgerechnet das 1,73 Meter große „Kopfballungeheuer“ Max Meyer: Sein Kopfball senkt sich über Timo Horn hinweg zum 1:0 ins Netz.
Das Tor war natürlich ein Stimmungsaufheller in der Arena, und Schalke wollte nachlegen. In der 75. Minute brachte Tedesco Breel Embolo für Franco Di Santo. Das Signal war klar: Die Königsblauen wollten das zweite Tor.

Das 2:0 hatte in der 80. Minute der eingewechselte Em-bolo auf dem Fuß, doch die Hereingabe des erneut starken Guido Burgstaller konnte er nicht im Tor unterbringen.

Köln versuchte in der Schlussphase noch einmal, al-les nach vorn zu werfen, doch den Rheinländern war deutlich anzumerken, dass ihnen die katastrophale Hinrunde in Knochen und Köpfen steckte. Schalke verlegte sich aufs Kontern und wäre in der 89. Minute fast noch durch einen schönen Gewaltschuss von Weston McKennie zum Erfolg gekommen. Doch es blieb beim 1:0: Damit gelingt Schalke der erste Heimsieg gegen den 1. FC Köln seit 2011 – die Königsblauen überwintern im Pokal und ziehen ins Viertel-finale ein. Die Auslosung findet am 7. Januar statt.

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