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Nach DFB-Aus: Verspielt Schalke die nächste Euro-Chance?

Frank Leszinski 03. März 2017 17:35

GELSENKIRCHEN Die Ansage an seine Spieler ist klar und eindeutig. „Wenn wir in Mönchengladbach punkten wollen, müssen wir unser bestes Gesicht zeigen“, betonte Schalke-Trainer Markus Weinzierl vor dem schwierigen Gang in den Borussia-Park (Sa. 18.30 Uhr).

Schalke kompakt vor dem Bundesligaspiel gegen Borussia Mönchengladbach from cityInfo.TV on Vimeo.


Nach dem Aus im DFB-Pokal bleiben Schalke nur noch zwei (vage) Chancen, in der nächsten Saison international dabei zu sein. Entweder könnte das über die Europa League gelingen, die die Königsblauen jedoch gewinnen müssten. In diesem Fall wäre man sogar für die Champions League qualifiziert. Oder es reicht noch durch eine Aufholjagd in der Bundesliga, von Platz zwölf noch bis auf Rang sechs vorzustoßen, was angesichts von acht Punkten Rückstand jedoch eines gewaltigen Kraftaktes bedürfte.

Doch ist Schalke dazu in der Lage? Der desolate Auftritt in München hat die Zahl der Bedenkenträger weiter ansteigen lassen. Zu ängstlich, zu ideenarm, zu abwehrschwach  und ohne jede Durchschlagskraft in der Offensive präsentierten sich die Königsblauen beim deutschen Rekordmeister.

Zwar ruderte Trainer Weinzierl nach seiner Kritik an Max Meyer gestern etwas zurück und nahm alle Spieler in die Pflicht („Ich wollte niemanden an den Pranger stellen. Wir gewinnen und verlieren gemeinsam.“), doch in der Sache hatte der 42-Jährige absolut Recht. Wer so ohne Mumm und Leidenschaft auftritt, der darf sich nicht wundern, wenn er auch mal öffentlich kritisiert wird. Dazu hat Weinzierl ohne Zweifel das Recht.

Ein "Schlag ins Gesicht"

Doch die Selbstkritik scheint in seinem Kader nicht sehr ausgeprägt zu sein. Wenn Torhüter Ralf Fährmann den Pokalauftritt als „Schlag ins Gesicht“ empfand, dann lässt das tief blicken. Trotzdem glaubt der Schlussmann an eine heilsame Wirkung dieser Niederlage. „Ich habe noch nicht ansatzweise darüber nachgedacht, diese Saison hinzuschmeißen. Wenn wir einen Lauf starten, ist alles möglich“, glaubt der 28-Jährige.

Doch gerade auswärts hat Schalke in dieser Bundesligasaison keine Bäume ausgerissen. Nur ein Sieg gelang bisher auf fremdem Platz (beim 1:0 in Wolfsburg), und mit Borussia Mönchengladbach bekommen es die Blau-Weißen nun mit der besten Rückrundenmannschaft zu tun, die in den letzten fünf Begegnungen vier Siege feierte, davon drei zu Null.

"Blick nach unten richten"

„Wenn die Schalker bei uns verlieren, müssen sie den Blick nach unten richten“, glaubt Borussen-Trainer Dieter Hecking, der seit seiner Amtsübernahme nicht viel falsch gemacht hat. Gladbach strotzt vor Selbstvertrauen, während auf Schalke mehr und mehr die Angst umgeht, alle Saisonziele zu verspielen.

Sollte eine Saison ohne Europapokal-Teilnahme eintreffen, hätte das natürlich auch Auswirkungen auf die Arbeit von Manager Christian Heidel. Denn damit würde ein wesentliches Argument bei Transferverhandlungen wegfallen. „Es gibt aber immer noch genug gute Gründe, Spieler davon zu überzeugen, zu Schalke zu wechselt“, glaubt Heidel. Wie schon in den vergangenen Jahren wird es auch diesmal bei den für Königsblauen wohl keine frühzeitige Planungssicherheit geben.

In personeller Hinsicht sind in der Schalker Startaufstellung keine großen Veränderungen zu erwarten. Kolasinac hat weiterhin leichte Adduktorenprobleme, wird aber wohl spielen können.

 
Voraussichtliche Aufstellung
Schalke 04:
Fährmann - Höwedes, Badstuber, Nastasic - Schöpf, Stambouli, Goretzka, Bentaleb, Kolasinac - Burgstaller, Caligiuri  

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Kommentare

Fährmann, der Träumer ....
von news am 06.03.17 15:32 Uhr

... hat noch gar nicht gemerkt, dass es jetzt gegen den Abstieg geht !
Und da zählt jeder Punkt. In der Euro-Liga ist mit dem Trümmerhaufen eh nichts drin.

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