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Schalkes Neuzugang will zur WM: Marko Pjaca: Der Mann für den Unterschied

Matthias Heselmann 06. Januar 2018 09:23

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    Wechselt von Juventus Turin zu Schalke 04: Offensivspieler Marko Pjaca (l). Foto: Andrea Di Marco

Benidorm Das ging schnell: Am ersten Tag des Trainingslagers der Schalker in Benidorm, am Dienstag, hatte Sportdirektor Axel Schuster noch gesagt, dass man bei der Personalie Marko Pjaca „nicht sehr weit“ sei – am Donnerstagabend stand der Kroate dann im Mannschaftshotel und setzte seine Unterschrift unter den Vertrag.

Bis zum Sommer soll der 22-Jährige, der von Juventus Turin ausgeliehen wird, für noch mehr Qualität in der Offensive sorgen. Schalke-Manager Christian Heidel betonte, dass es sich um ein Leihgeschäft ohne Kaufoption handele – zum einen ist Turin derzeit nicht daran interessiert, Pjaca abzugeben, zum anderen müsste Schalke für den Spieler richtig tief in die Tasche greifen.

Erst im Sommer 2016 hatte der italienische Rekordmeister 23 Millionen Euro Ablöse gezahlt, um Pjaca von Dinamo Zagreb loszueisen – für Schalke wäre ein Transfer in dieser Größenordnung kaum zu stemmen. Eine Leihe dagegen schon. „Domenico Tedesco hat mir gesagt, dass Marko Pjaca mit seinen Eigenschaften und seiner Qualität ein Spieler ist, der uns noch einmal ein Stück weit nach vorne bringt“, so Heidel. Das finanzielle Risiko ist überschaubar: Schalke zahlt eine Leihgebühr von knapp einer Million Euro und übernimmt das Gehalt des Spielers für den Rest der Saison.

Pjaca kann Unterschied ausmachen

„Das ist für alle eine Win-Win-Situation“, sagt Pjacas Berater Marko Naletilic. Schalke würde von einem Spieler profitieren, der „den Unterschied ausmachen kann.“ Auf der anderen Seite würde sein Schützling auf Schalke eine größere Chance haben, zu spielen, als im Star-Ensemble von Juventus Turin. Dort kam er in eineinhalb Jahren auf gerade einmal 14 Einsätze, zuletzt spielte er für die Reservemannschaft von Juventus.

Doch eben diese Spiele in der Reservemannschaft hatte sich Schalke-Coach Domenico Tedesco angeschaut und war zu der Erkenntnis gekommen, dass Pjaca ein Spieler für Schalke sein könnte. In mehreren Gesprächen überzeugte Tedesco den Kroaten, in die Bundesliga zu wechseln. „Er ist ein großartiger Trainer, es war wichtig für mich, mit ihm zu sprechen“, schwärmte Pjaca von Tedesco. „Wir haben über seine Ideen und Pläne gesprochen – ich glaube, wir werden gut zusammenarbeiten.“

Höwedes als Entscheidungshilfe

Weitere Entscheidungshilfe hat Schalkes Ex-Kapitän Benedikt Höwedes geleistet, der seit dem Sommer an Turin ausgeliehen ist. „Wir wohnen im selben Gebäude“, so Pjaca, „und er hat mir viel vom Club erzählt.
Ob Pjaca tatsächlich nur bis zum Sommer auf Schalke bleibt, steht noch nicht fest – weder Heidel noch Pjacas Berater wollten ausschließen, dass der Leihvertrag auf über die Saison hinaus verlängert werden könnte. „Erst einmal spiele ich hier bis zum Sommer“, so Pjaca selbst. „Danach muss man weiterschauen.“

Für Pjaca steht im Sommer noch ein weiteres wichtiges Großereignis an: Der kroatische Nationalspieler würde gern zum WM nach Russland fahren. Dazu müsste er regelmäßig spielen – auch das mag den Ausschlag für den Wechsel gegeben haben. Turniererfahrung besitzt er bereits: Auch bei der EM in Frankreich 2016 kam Pjaca zum Einsatz.

Am liebsten spiele er auf der linken Offensivseite, gab der 22-Jährige an, er könne aber auch im Zentrum und auf der rechten Seite eingesetzt werden. Nachdem Schalke einen Tag zuvor mit Cedric Teuchert einen weiteren Stürmer verpflichtet hatte, gibt es mittlerweile ein Überangebot im Angriff – auch der ausgeliehene Bernard Tekpetey war ja eher als geplant zu Schalke zurückgekommen. Nicht ausgeschlossen also, dass der Verein im Winter noch den ein oder anderen Spieler abgibt oder verleiht. In der Verlosung wären Tekpetey oder Fabian Reese, der bisher nur zu einigen Kurzeinsätzen kam. Aber auch Franco Di Santo wäre ein Kandidat: Während der Argentinier am Freitag mit leichten Achillessehnenprobleme individuell trainierte, hielt sich sein Berater im Mannschaftshotel auf.

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