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Drogen-Prozess geht weiter: Kamera-Überwachung war ein Reinfall

07. Dezember 2017 13:32

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Dorsten/Essen Im Prozess um angeblich kiloschwere Drogengeschäfte ist am Donnerstag das ganze Ausmaß der polizeilichen Ermittlungen bekannt geworden. Fragt sich nur, warum der Hauptangeklagte aus Dorsten in einer Tour lächelt.

Verdeckte Ermittler, Autos mit Peilsendern und heimlich mitgeschnittene Gespräche: Vor der Festnahme der beiden angeklagten Männer aus Dorsten und Bottrop hatte die Polizei eine großabgelegte Überwachungs-Maßnahme gestartet, in die sogar die niederländische Polizei einbezogen worden war.

Auf Vertrauensmann verlassen

Die Kamera-Überwachung vor einem verdächtigen Haus in Dorsten ist allerdings schief gegangen. Nach Angaben des Ermittlungsführers der Polizei hatten sich die Drogenfahnder auf einen Vertrauensmann verlassen, der am Ende aber offenbar alles andere als vertrauenswürdig war. "Wir gehen davon aus, dass er dem Angeklagten einen Tipp gegeben hat", hieß es im Prozess vor dem Essener Landgericht.

Marihuana im Keller

Während der Hauptangeklagte die ganze Zeit wie ein Sunnyboy lächelt, ist seinem mitangeklagten mutmaßlichen Helfer die Angst fast ins Gesicht geschrieben. In seinem Keller war ein Kilo Marihuana gefunden worden, das der Hauptangeklagte dort deponiert haben soll. Ursprünglich sollen dort sogar drei Kilo gelegen haben.

"Lieber ins Gefängnis"

Den Polizisten hatte der mutmaßliche Helfer damals zunächst nicht sagen wollen, wem das Rauschgift gehört. "Er hat gesagt, dass er lieber ins Gefängnis geht, weil ihn die Polizei sowieso nicht schützen könne", sagte der Ermittlungsführer den Richtern. "Und dass die Polizei die Gefährlichkeit des Besitzers der Drogen überhaupt nicht einschätzen könne."

Inzwischen hat der Bottroper allerdings auch im Prozess erklärt, dass das Marihuana vom Dorstener Hauptangeklagten stammen soll. Er habe auch gewusst, um was es sich gehandelt hat, ließ er seinen Verteidiger vor Gericht erklären. Nur die Menge sei ihm nicht bekannt gewesen. Das Marihuana hatte er in seinem Keller deponiert gehabt.

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