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Online-Petition gestartet: Boris Gott will ins Fernsehen

13. Januar 2018 03:00

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DORTMUND Boris Gott möchte mit seiner Band im ZDF-Fernsehgarten auftreten. Um seinem Ziel ein Stück näher zu kommen, hat er eine Petition gestartet. Denn der Musiker aus der Nordstadt hat noch eine Rechnung mit dem ZDF offen.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Gott, Boris Gott, auferstanden ist von den Toten. Oder den Totgeglaubten. Im November 2013 war der selbst ernannte Nordstadtbarde verschwunden. Weg. Einfach so. Nur sein weißer Anzug, sein Markenzeichen, war noch da. Und seine Musik, die er seit 2005 in dieser Stadt, in seinem Viertel im Norden, gemacht hatte.

2017 kehrte er zurück. Die Sehnsucht nach der Musik war groß. Sein alter Weggefährte Lars Vegas gesellte sich zum ihm. Gemeinsam sind sie die Boris-Gott-Band. 2018 wollen sie wieder von sich hören machen, wieder Flagge zeigen. Und zwar so richtig.

20 Pommesbuden an einem Tag

Aber nicht einfach irgendwie. Boris Gott hatte schon immer ein Faible für außergewöhnliche, für verrückte Aktionen. 2009 tourte er durch 20 Pommesbuden in 20 Städten an einem Tag. Ein Jahr später spielte er vor 20 Arbeitsämtern in 20 Ruhrgebietsstädten an einem Tag. Jetzt möchte er in den Fernsehgarten, die sonntägliche, sommerliche Unterhaltungssendung des ZDF, die von Andrea Kiewel moderiert wird.

Irgendwie hängen all diese Aktionen zusammen. Denn Boris Gott hat, sagt er, noch eine Rechnung mit dem ZDF offen. Sie ist bald neun Jahre alt.

Die Sache mit Hartz IV

Es war nach der Pommesbuden-Tour, als er entschloss, seinen "Pommes-Song" beim Fernsehgarten einzureichen. Die Tour hatte ihm viel mediale Aufmerksamkeit gebracht. Das ZDF, sagt Gott, habe ihm damals gesagt, dass der Song gut sei, dass er trotzdem nicht im Fernsehgarten vorgetragen werden könne, weil darin das Wort Hartz IV vorkommt.

Ob das so war, beantwortete das ZDF auf Anfrage dieser Zeitung nicht. Ein Sprecher sagte: "Die Redaktion des ZDF-Fernsehgartens stellt während der Saison für jeden Sonntag ein vielfältiges und abwechslungsreiches Musikprogramm zusammen. Es orientiert sich an aktuellen Musiktrends und umfasst unterschiedliche Musikfarben."

"Absage hat mich traurig gemacht"

Aus Protest startete Boris Gott damals die HartzIV-Tour vor den Arbeitsämtern. "Die Absage des Fernsehgartens hat mich traurig gemacht", sagt er. "Man kommt um Hartz IV nicht herum, wenn man vom Ruhrgebiet spricht."

Dann tauchte er ab. Aber die Vision, einmal beim Fernsehgarten dabei zu sein, verfolgte ihn. Er fühlte sich herausgefordert. Vor zwei, drei Jahren schrieb er im Exil den Andrea-Kiewel-Song, den er jetzt veröffentlicht hat. Es ist eine Art Entschuldigung:

"Andrea Kiewel hörst du mich. Ich bin so schrecklich unglücklich. Ich wäre so gerne in deiner Show. Bitte sag mir, wann und wo. Ich versprech dir, ich bin brav. Ich sing vom Leben und von Liebe ohne Hass. Hartz IV, das gibt's nicht mehr bei mir. Ich trinke nur Fanta anstatt Korn und Schnaps und Bier."

Online-Petition gestartet

Um ihren Wunsch zu untermauern, haben Boris Gott und Band-Partner Lars Vegas eine Online-Petition bei dem Portal Open Petition gestartet. 57 Menschen haben diese bislang unterschrieben. 2000 Stimmen, sagt Lars Vegas, wären schön. Die Petition läuft bis zum 1. April. Danach wollen sie Kontakt zum ZDF aufnehmen.

Die beiden Musiker finden, dass sie mit ihren Liedern sehr gut in den Fernsehgarten passen. Die seien im Grunde nichts anderes als Volksmusik, sagt Lars Vegas. Unterhaltsam - aber mit Tiefgang. "Unsere Mission ist es, Menschen zu verbinden", sagt Boris Gott.

Wenigstens als Zuschauer dabei sein

Der ZDF-Sprecher sagt: "Die redaktionelle Auswahl der Künstler orientiert sich jeweils am thematischen Schwerpunkt der Sendung. Sie lässt es leider nicht zu, jede Künstleranfrage positiv zu beantworten."

Wenn's nicht klappt mit dem Fernsehgarten-Auftritt, dann wollen Boris Gott und Lars Vegas aber zumindest als Zuschauer dabei sein. Sie haben sich schon Karten für eine Show im Juni gekauft.

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